Mein erster Blog Eintrag oder was ist Web 2.0?
Web 2.0 ist ja in aller Munde. Dass es (was immer damit gemeint wird) eine tolle Sache ist, finde ich auch. Nur wird meiner Meinung nach dieser Bergiff mit zu vielen Dingen in Verbindung gebracht, die sich wiederum selbst in ständigem Fluss befinden. Ich finde es deshalb schwer, den Begriff Web 2.0 sowohl zeitlich als auch fachlich einzugrenzen, gerade genug, um zu behaupten, dass die unbekümmerte und fast schon inflationäre Verwendung dieser Wortkreation gewagt ist.
Was ist eigentlich Web 2.0? Interaktive Webseiten? JavaScript (DHTML) oder serverseitige Skriptsprache? Foren, Diskussionen, Weblogs, Chats? Blog-Design mit tollen Farbverläufen? Wikipedia meint: Web 2.0 sei ein unscharf umrissener Oberbegriff und hebt hervor, dass das Internet einfach anders wahrgenommen wird. "Unscharf" - in der Tat.
Mit dem World Wide Web war bisher eher der dokumentenzentrierte Datenaustauch zwischen Server und Client gemeint. Erweitert man den Begriff auf alle Dienste auf Basis des TCP/IP (o.a.), stellt man fest, dass die gepriesene Interaktivität und Kommunikation im "Web" rein technisch möglich ist, seitdem "es" existiert (Communication Layers - 1989). Wann soll denn der Versionssprung stattgefunden haben? Die Technologien gibt es eigentlich schon lange (wenn man es zum Beispiel auf Ajax reduziert möchte: Internet Explorer Version 5.0 – März 1999). Wann gab es die erste Webseite mit einem Gästebuch? (An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass ein Blog im Grunde nichts weiter als eine Textseite ist, die um ein Gästebuch pro Artikel erweitert worden ist.) Netzbasierte Computerspiele, Chats, Internet-Telefonie sind keine Erfindungen der letzten Jahre.
Gern wird der soziale Aspekt des neuen Web 2.0 betont. Aber dass Menschen gern miteinander in Kontakt treten bzw. soziales Verhalten ausüben möchten, liegt auf der Hand. Das Internet, als ein weiteres Kommunikationsmedium, bietet natürlich neue Möglichkeiten. Wie schon gesagt, die Technik hat sich nur bedingt weiterentwickelt. Dass das Internet für viele Menschen attraktiver geworden ist, ist wohl eher der zunehmenden Verbreitung von PCs (auch Spielekonsolen) und Highspeed-Anschlüssen zu verdanken und ebendies trägt zur allgemeinen Akzeptanz des Computers als Kommunikationsmedium bei. Wo sich viele Menschen treffen entsteht auch ein attraktiver Markt. Schließlich gibt es Menschen, die es verstehen, die Bedürfnisse der Nutzer auch kommerziell zu verwerten. Ist das also mehr ein sozioökomisches Phänomen (Society 4.1)?
Es beteiligen sich also immer mehr Menschen an den neuen Entwicklungen. Leider sind sich einige der Verantwortung nicht bewusst, die sie mit der Nutzung des Internets eingehen. Denn obwohl das Internet ja gerade Anonymität vorgibt, ist es kein luftleerer Raum. Das gilt einerseits für die Produktion von Inhalten, wobei man über Sinn und Unsinn ebenso lang streiten kann, und andererseits für die Rezeption. Wie kritisch wird Inhalt betrachtet und wer hat Zugriff darauf? Hier herrscht meiner Meinung nach ein bedeutendes Problem. Benutzer erzeugen Inhalte, die häufig auch auf kommerziellen Wegen "vertrieben" werden. Wobei der Benutzer relativ anonym ist und der Betreiber der Webseiten (meist) nur die Rentabilität vor Augen hat. Also wo liegt die Verantwortung und wer profitiert wirklich vom Web 2.0? Aus irgendwelchen Gründen scheinen sich Menschen gern zu verkaufen, um einen Hauch von Aufmerksamkeit zu erhalten. Auf der anderen Seite gibt es unzählige, die dies mit voyeuristischen Blicken honorieren. In der Gegenwart hat sich auch das Fernsehen diese Wechselbeziehung häufig zu nutze gemacht. Aber das ist ein ganz anderes Thema.
Gut, jetzt bin ich gleich bei meinem ersten Eintrag ganz und gar vom Thema abgekommen. Schließlich wollte ich hier über mein Weblog schreiben, dass auch von vielen als Teil des Web 2.0 gesehen wird. Also, es gab in erster Linie zwei Gründe für mein persönliches Weblog: erstens wollte ich einmal das Weblog von TYPO3 ausprobieren, zweitens sehe ich dies als einen Ort, wo ich vorrangig für mich nützliche Informationen speichern und abrufen kann. Weiterhin brauche ich das nicht zu verstecken und wenn es von Nutzen für andere ist, ist das ein angenehmer, aber nicht zwingender, Nebeneffekt. Und wie oft ich überhaupt dazu komme hier etwas einzutragen, steht auf einem anderen Blatt, um nicht zu sagen in den Sternen.
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